Masken - Australien 2
Cecil hebt langsam die Hände. Durch die Hintertür betritt die älteste Tochter den Laden. Sie wirkt seltsam emotionslos. "Soll ich die Tür verriegeln?" Die jüngeren Töchter kommen durch die Vordertür herein, versperren uns diesen Fluchtweg. "Ihr seid weit gereist, und sucht Dinge, die euch nichts angehen."
Wycroft fragt Cecil "Wem dient ihr?", worauf dieser keine Antwort findet. Wem dienen wir denn? Uns selbst? Dem Guten, was auch immer das sein soll? Der Menschheit? Sicher nicht allen Menschen ...
Paulette versucht sich derweil unauffällig hinter Regalen zu verstecken. Trotz allem haben die Töchter sie aber wahrgenommen. Die beiden jüngeren sprechen immer gemeinsam: "Niemand kommt zufällig hier her." Die Älteste sagt "Wenn ihr gehen woll, dann geht." Wir nehmen das Angebot sehr gerne an und machen uns aus dem Staub. Draußen sammeln wir uns alle 4 und besprechen das Erlebte. Sicher ist, dass man uns bereits erwartet.
Während wir uns besprechen, laden die Töchter mit Wycroft die Penhew-Kisten auf den mittlerweile reparierten LKW und fahren weg. David kommt zu uns, er hat unseren Wagen fertig gepackt. Laut ihm fahren die Wycrofts ins Outback, aber nicht in die Richtung, in die wir fahren wollen.
Mit Paulettes Hilfe brechen wir in den Schuppen hinter dem Laden ein. Werkzeuge, Brecheisen, Dynamit. Wir nehmen mit, was wir gebrauchen können, vor allem Dynamit.
Während wir die nächsten Schritte bereden, wird Paulette ungeduldig. Sie will unbedingt noch den Laden durchsuchen, also schlägt sie kurzerhand eine Scheibe neben der Hintertür ein und verschafft sich Zugang. Cecil durchforstet den Verkaufstresen, findet dort aber nichts, was mit der Penhew Foundation zusammenzuhängen scheint. Oben knackt Paulette das Schloss der Tür zum Schlafzimmer. Dort finden sich Rechnungen, Quittungen, alles scheinbar harmlos und normal. Unter dem Bett findet sich ein Glass mit einer schwarzen Substanz. Riecht fettig, von der Konsistenz etwas fester, eher wie Schminke. Zudem liegt dort auch ein Buch: "Wonderous Intelligences" von James Woodwill. Das Buch und sein roter Ledereinband sind leicht feucht geworden, aber anscheinend noch gut lesbar.
David kommt mit dem LKW zu dem Laden gefahren. Auf unsere Frage erklärt er, man könne durchaus auf dem Weg zu den Koordinaten im Outback kommen, den Mortimer und seine Töchter wohl genommen haben. Nach einer weiteren Diskussion folgen wir dem anderen LKW.
David fährt, Cecil setzt sich als Wache zu ihm nach vorne, der Rest sitzt hinten unter der Plane auf der Ladefläche. Wir fahren den ganzen Tag über durchs Outback, versuchen dabei, uns grob in Richtung der Koordinaten zu halten.
Die erste Nacht ist leicht bewölkt. Als Cecil seine Wache hält, bricht der leichte Wind urplötzlich ab. Cecil fühlt sich beobachtet. Plötzlich sieht er eine der Fledermauskröten in der Nähe stehen, starr, fast wie ein Monolith, schwarz, feucht glänzend. Der geworfene Schatten ist zu lang, zu dünn, und bewegt sich immer leicht zu spät als die Kreatur den Kopf neigt und einen verknitterten Flügel hebt. Auf Cecils Brustkorb entsteht Druck, dann hört er ein Geräusch, wie ein Gott, der unter der Erde atmet. Cecil blickt sich daraufhin schnell um, woher das Geräusch wohl kommen könne. Nichts. Als er zurückblickt, ist die Fledermauskröte weg. An der Stelle, an der sie gestanden hatte, entdeckt Cecil riesige Klauenabdrücke (das Vieh dürfte rund 3m groß gewesen sein). Cecil weckt Janet auf, zeigt ihr die Abdrücke, um sicher zu gehen, dass er sich das nicht alles eingebildet oder geträumt hat. Der Rest der Nacht vergeht ohne Vorkommnisse.
Morgens blättert Goltz durch das neu gefundene Buch. Offenbar von einem britischen Händler im 16. oder 17. Jahrhundert geschrieben. Darin findet sich viel Selbstbeweihräucherung und wirren Sexualpraktiken - insgesamt langatmig. Dann etwas über eine andere Rasse, die Yth #unklar (Schreibweise?), oder so. Wegen des Wasserschadens sind einige Stellen gewellt. Goltz meint auf Cecils Frage hin, dass das Vieh, welches Cecil in der Nacht besucht hat, wohl so aussieht, wie die Viecher, die er bei der Anreise mit dem Zug am Himmel gesehen hatte.
16.03.1925
Wir fahren über Stunden weiter und tiefer ins Outback. Plötzlich kippt die Welt. Der Wind verstummt, das Brummen des Motors klingt dumpf, als käme es aus weiter Ferne. Cecil ruft: "Wie heute Nacht!", reißt seine Büchse hoch. Janet fühlt ein Ziehen hinter der Stirn, als würde jemand ihre Gedanken umblättern. Paulette sieht ihren eigenen Schatten neben dem LKW her rennen. Goltz sieht eine Silouette unseres LKW, die auf der anderen Seite neben uns her fährt. Cecil hört Stimmen, die seinen Namen rufen. Allerdings werden all diese Phänomene nur von der jeweiligen Person wahrgenommen, jeder von uns hat seine eigenen Halluzinationen (oder ist das echt?). Cecil schreit David an, er solle Gas geben, aber der hat Kopfweh und hält neben einem schwarzen, verbrannt wirkenden Baum an. "Ich kann nicht!". (Memme!). Cecil gibt David seine Büchse und will mit ihm den Platz tauschen - hauptsache, schnell hier weg. Er steigt aus, fühlt durch die Sohlen seiner Schuhe eine durchdringende Eiseskälte. Als er auf der Fahrerseite einsteigen will, blickt er zu David hoch, der aber kein Gesicht hat, nur ebene Haut. Auch hinten auf der Ladefläche sehen alle Leute die anderen ebenso gesichtslos.
Eine Stimme ertönt. "Ihr seid nicht die ersten. Aber ihr könntet die richtigen sein." #unklar (Stimmt das Zitat so? und warum steht in meinen Notizen "Thar'Kesh"?)
Cecil schubst David, um auf den Fahrersitz zu kommen, als die Welt schlag artig wieder zu sich kommt, normal wird. Nachdem wir uns etwas erholt haben, fahren wir weiter.
Paulette liest ebenfalls in dem Buch. Es ist dort die Rede von einem Krieg zwischen den Yth und ihren Gegner, die ein Pfeiffen ausstoßen. Ganz so, wie auf der Seite des Tagebuchs von MacWhirr beschrieben. Hier werden die Yth als fortschrittlich, wissenschaftsaffin beschrieben. Sie haben ihre Gegner in Basalttürme gesperrt. Gibt es Verbindungen zur Regenbogenschlange und zur Sandfledermaus (siehe Notizen Fledermauskult Australien Cowles?
Gegen Nachmittag gelangen wir an eine Felsformation, deren Schatten irgendwie falsch wirken, zu atmen scheinen. Auf den Felsen sind geometrische Linien zu sehen, Muster, Dreiecke, Spiralen. Als wir in der Nähe des Felsen vorbeifahren, säuft der Motor unseres LKW ab.
Paulett liest hektisch im Buch weiter. Goltz und Cecil sichern die Gegend ab. Cecil beobachtet Ameisen, die in ihren Bewegungen die selben Muster abbilden, wie auf den Felsen zu sehen sind.
Dünner, bläulicher Nebel wabert durch unser Gesichtsfeld. Eine klirrende Kälte zieht auf, dazu ein Geruch, wie aus einer alten Bibliothek. Cecil wirft eine Münze, die kurz vor dem Boden langsamer wird, mit Kopf aufkommt, und sich dann auf Zahl umdreht.
David und Janet versuchen, dem Motor wieder in Gang zu bringen, Cecil bewacht sie derweil. Paulette und Goltz gehen zu den Felsen. Die Zeit scheint dabei seltsam verzerrt - Goltz kommt von einem Moment auf den nächsten plötzlich an den atmenden Felsen an. Ein Spalt öffnet sich in dem Felsen. WIr lassen David am Auto zurück und gehen durch die Öffnung, Cecil mit seiner Büchse voran.
Auch hier haben die Felswände Muster. Der Gang endet an einem Loch im Boden, etwa 3m tief. Cecil schaut hinein, was ihm und Goltz mit einem leichten Lächeln Erinnerungen an ihr erstes gemeinsames Abenteuer beschert. Alle anderen damals anwesenden sind mittlerweile entweder tot oder haben sich in hoffentlich sichere Gegenden zurückgezogen. Danach springen wir hinein. Dort ist der Gang aus einen glatten Metall, Wände, Decken sowie Boden. Es ertönt ein Summen, und die Muster beginnen zu leuchten. Die Muster sind hier zwar ähnlich, wie draußen auf den Felsen, allerdings findet Goltz dazwischen auf Sternbilder. Janet singt.
Wir kommen an einer Tür an, die sich wie von Zauberhand öffnet, als wir uns nähern. Dahinter liegt eine riesige Kammer, gute 300 Meter lang. Auch hier finden sich leuchtende Glyphen an den Wänden, dazu schweben mitten in der Halle Kristallsplitter in der Luft, die in unterschiedlichen Farben leuchten. Sie haben alle die gleiche Form, sind nach unten hin verjüngt. Die immer neugierige Paulette berührt einen der Kristalle und sieht in ihrem Kopf das Bild einer futuristisch anmutenden Stadt. Sie berührt einen anderen Kristall, der ihr den Blick auf ein in Ketten gelegtes, großes Wesen mit Scherenklauen gewährt. Danach schaut sie sich das erste Bild mit der Stadt nochmal länger an.
Wir verlassen den Raum durch die linke von 2 Türen am anderen Ende der Halle, die sich ebenfalls automatisch öffnet. Beide Türen führen in schnurgerade Gänge, die so lange sind, dass wir kein Ende absehen können. Nach einer Stunde Marsch durch den linken Gang wechseln langsam die Farben der Symbole von bläulich auf rot. In der Ferne kann man erkennen, dass der Gang eingestürzt ist. Goltz prüft das mit seinem Fernrohr und erspart uns so unnötige Lauferei. Wir gehen den Gang zurück in die Halle, wo Goltz einen anderen Kristall anfasst. Er sieht einen grauhaarigen Mann, der an etwas bastelt. Goltz erinnert sich vage an ein Photo der Carlyle-Expedition, auf dem er den Mann gesehen hat. Janet fasst einen weiteren Kristall an und findet sich in einem unterirdischen Gang wieder, wie wir hier einige durchwandert haben. Vor ihr steht ein Monster wie eine riesige Schnecke.
Cecil verschiebt testweise einen der Kristalle mit seiner Büchse, was auch funktioniert. Die Kristalle schwingen danach aber immer zurück in ihre Position. Goltz fasst noch einmal einen weiteren Kristall an und erblickt eine der Fledermauskröten.
Danach begeben wir uns in den rechten Gang. Nach wieder etwa einer Stunde kommen wir an eine weitere Automatiktür, hinter der sich eine weitere, große Halle befindet, diesmal nur 100 Meter groß, rund. In der Mitte ist eine Platinplatte in den Boden eingelassen, darüber schwebt ein Diamant. Ein in der Größe versellbares Gerät, in das verschieden lange Stäbe ragen, und das vage an eine Krone erinnert, liegt dort. Cecil berührt den Diamanten, steht dabei auf der Platinplatte - nichts passiert. Goltz berührt die Krone. Der Diamant leuchtet flirrend auf, reflektiert Linien auf der Platte. Goltz zieht sich die Krone auf, die sich von selbst seiner Kopfform anpasst. Er hört eine Stimme: "Ich bin Katakarak." Bilder flackern durch seine Kopf: der grauhaarige Mann, die Gänge, das gefangene Wesen. "Der Arzt hält mich gefangen. Befreit mich, und ich helfe euch, ihn aufzuhalten."
Cecil setzt sich auch die Krone auf. Ähnliche Nachricht, aber nicht identisch. Die Stimme klingt wie die, die wir am schwarzen Baum gehört hatten.
Wir kehren zum LKW zurück, wo wir den eingeschlafenen David wecken und weiterfahren.